Unternehmensnachfolge in Österreich – was Unternehmer jetzt wissen müssen

Die Unternehmensnachfolge in Österreich ist eines der drängensten Themen für den heimischen Mittelstand, denn Österreich befindet sich mitten in einer historischen Übergabewelle. Wer heute ein Unternehmen führt und über die eigene Nachfolge nachdenkt, ist damit nicht allein – aber die Zeit drängt stärker, als viele glauben.
Unternehmensnachfolge Österreich: Zahlen, die zum Handeln auffordern.
Im Zeitraum 2025 bis 2034 stehen in Österreich 52.500 Unternehmen (exklusive EPU) zur Übergabe an – das entspricht knapp 23 Prozent aller Arbeitgeberunternehmen und betrifft rund 705.000 Beschäftigte. (Quelle: österr. Bundesministerium für Wirtschaft, Energie, Tourismus)
Laut einer Umfrage von Creditreform beschäftigen sich rund 70 Prozent der österreichischen Klein- und Mittelbetriebe aktuell oder in naher Zukunft mit dem Thema Unternehmensnachfolge. 15 Prozent planen die Nachfolge in den kommenden zwei Jahren, weitere 15,8 Prozent innerhalb der nächsten fünf Jahre.
Doch trotz dieser Dringlichkeit zeigt die Praxis: Viele Unternehmer schieben die Planung hinaus. 47 Prozent der befragten Inhaber von KMUs planen innerhalb der nächsten zehn Jahre eine Übergabe – doch 49 Prozent haben dafür noch keine geeignete Nachfolge gefunden. (Quelle: österr. Notariatskammer)
Warum so viele Betriebe scheitern und was Sie daraus lernen können.
Die häufigsten Fehler bei der Unternehmensnachfolge in Österreich sind nicht finanzieller Natur. Sie entstehen früher: Bei der Planung, der Kommunikation und der Wahl des richtigen Nachfolgers.
Die falschen Personen zum falschen Zeitpunkt eingeweiht
Viele Unternehmer informieren zu früh – oder zu spät. Beide Extreme schaden. Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten brauchen Sicherheit, aber der Kreis der Eingeweihten sollte solange wie möglich klein bleiben.
Nur auf den Preis geschaut
Der Kaufpreis ist wichtig – aber er ist nicht alles. Was passiert mit den Mitarbeitern? Wer leitet das Unternehmen danach? Bleibt der Standort erhalten? Diese Fragen entscheiden über den langfristigen Erfolg der Nachfolge mindestens genauso wie die Bewertung.
Den falschen Käufer gewählt
Mittlerweile erfolgt bei fast der Hälfte aller Übergaben eine Weitergabe an Personen außerhalb der Familie. Dieser Weg eröffnet neue Chancen, wirft aber auch viele Fragen zu Finanzierung, Unternehmenskultur und Strategie auf. Deshalb ist die sorgfältige Auswahl des Nachfolgers entscheidend.
Drei Wege der Unternehmensnachfolge in Österreich
1. In der Familie
Rund 55 Prozent aller Übernahmen in Österreich erfolgen innerhalb der Familie – mit sinkender Tendenz (Quelle: WKO). Der Vorteil: Werte und Unternehmenskultur bleiben meist erhalten. Der Nachteil: Nicht immer ist ein geeigneter Nachfolger in der Familie vorhanden, und familiäre Konflikte können den Prozess erheblich belasten.
2. An das Management
Das bestehende Management oder langjährige Mitarbeiter übernehmen den Betrieb. Diese Lösung sorgt oft für Kontinuität – setzt aber voraus, dass die Finanzierung der Übernahme gestemmt werden kann.
3. An Externe Dritte
Die Übergabe an externe Dritte durch Unternehmensverkauf betrifft 27,6 Prozent der Befragten – besonders verbreitet im Handel (Quelle: Wirtschafts-Nachrichten.at). Dabei ist die Wahl des richtigen Käufers entscheidend: Ein erfahrener, langfristig denkender Partner schützt das Lebenswerk besser als ein anonymer Investor mit kurzfristigem Renditeziel.
Worauf es bei einer erfolgreichen Unternehmensachfolge in Österreich ankommt
Unsere Erfahrung, aber auch die Forschung spricht von folgenden Erfolgsfaktoren bei der Planung der Betriebsübergabe (Quelle: die-wirtschaft.at).
Rechtzeitig starten
Bis der wohlverdiente Ruhestand tatsächlich angetreten werden kann, vergeht meist einiges an Zeit. Zum einen benötigt die Übergabe der Geschäftsführung eine gewisse Phase der Einarbeitung: Während dieser Prozess bei einer familieninternen Nachfolge üblicherweise 5 bis 10 Jahre dauert, lässt er sich bei einer externen Übergabe im Schnitt in 3 bis 5 Jahren abschließen. Zum anderen nimmt selbst ein gut vorbereiteter Verkaufsprozess mit einer pragmatischen Due Diligence mindestens ein halbes Jahr in Anspruch.
Den richtigen Nachfolger wählen
Fachliche Kompetenz allein reicht nicht. Gemeinsame Werte, gegenseitiges Vertrauen und eine klare Vision für die Zukunft des Unternehmens sind mindestens genauso wichtig. Denn der Nachfolger trägt nicht nur den Betrieb weiter – er trägt auch Verantwortung für die Menschen, die darin arbeiten.
Diskretion wahren
Gespräche über die Nachfolge sollten so lange wie möglich im kleinen Kreis bleiben. Eine Vertraulichkeitsvereinbarung (NDA) schützt beide Seiten und verhindert Unruhe im Betrieb.
Rechtliche und steuerliche Klarheit schaffen
Seit Anfang 2026 gibt es in Österreich mehr Unterstützung für Unternehmensnachfolgen als je zuvor: Das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWET) und die WKÖ haben gemeinsam das Programm NextGen4Austria gestartet, das Coaching, Vernetzung und Beratungszuschüsse für externe Experten bietet.
Auf das Gesamtpaket schauen
Schauen Sie nicht nur auf die Euros, sondern auf das Gesamtpaket: Wer kauft? Warum? Was sind seine Pläne für Mitarbeiter, Standort und Unternehmenskultur?
Wie die Loxone Lighthouse Unternehmensnachfolgen in Österreich begleitet
Wir sind selbst Unternehmer – und denken deshalb nicht in Investments und Quartalen, sondern in Unternehmen und Generationen. Nach einer Übernahme durch die Loxone Lighthouse bleibt Ihr Unternehmen eigenständig. Wir suchen gemeinsam mit Ihnen eine Geschäftsführung, die fachlich und menschlich passt und begleiten Sie durch den gesamten Verkaufsprozess: vom ersten diskreten Gespräch bis zur vollständigen Übergabe.
Kein Wiederverkauf. Keine leeren Versprechen. Auf unser Wort ist Verlass.
Häufig gestellte Fragen zum Thema "Unternehmensnachfolge in Österreich"
Im Zeitraum 2025 bis 2034 stehen in Österreich rund 52.500 Unternehmen (exklusive EPU) zur Übergabe an. Das entspricht knapp 23 Prozent aller Arbeitgeberunternehmen und betrifft rund 705.000 Beschäftigte. Österreich befindet sich damit mitten in einer historischen Übergabewelle.
So früh wie möglich – und früher als die meisten denken. Für familienexterne Übergaben empfehlen Experten drei bis fünf Jahre Vorlaufzeit, bei familieninternen Lösungen sogar fünf bis zehn Jahre. Wer frühzeitig plant, hat mehr Spielraum bei der Bewertung, der Nachfolgersuche und der Kommunikation mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten.
Grundsätzlich gibt es drei Wege: die familieninterne Übergabe (rund 55 Prozent aller Fälle), die Übergabe an Mitarbeiter oder das bestehende Management (MBO) sowie den Verkauf an einen externen Käufer. Letzterer gewinnt zunehmend an Bedeutung, da geeignete Nachfolger innerhalb der Familie oder Belegschaft nicht immer vorhanden sind.
Den Unternehmenswert bestimmen mehrere Faktoren: Ertragskraft, Substanzwert, Marktposition und Zukunftspotenzial. Gängige Methoden sind das Ertragswertverfahren, das Discounted-Cashflow-Verfahren sowie Multiplikator-Verfahren auf Basis von Branchenkennzahlen. Einen ersten Anhaltspunkt liefert unser Unternehmenswert-Rechner – für ein indikatives Angebot sprechen Sie direkt mit unseren Experten.
Wir kaufen nicht, um weiterzuverkaufen. Als langfristiger Eigentümer denken wir in Unternehmen und Generationen – nicht in Investments und Quartalen. Nach einer Übernahme bleibt Ihr Unternehmen eigenständig, der Standort erhalten und die Belegschaft gesichert. Unterstützung
durch unsere Eigentümervertreter gibt es dann, wenn sie ausdrücklich gewünscht wird – aber keine Einmischung ins Tagesgeschäft.


